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DIE MCPFE – DIE MINISTERKONFERENZ ZUM SCHUTZ DER WÄLDER IN EUROPA
Die MCPFE in Kürze
- Ist eine Kooperation von rund 46 europäischen Ländern und der Europäischen Gemeinschaft auf höchster politischer Ebene.
- Beschäftigt sich mit den wichtigsten Fragen im Bereich Wald und Forstwirtschaft und verabschiedet Empfehlungen zum Schutz und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder in Europa.
- Wurde 1990 ins Leben gerufen und ist ein kontinuierlicher Prozess, der eine Serie von Ministerkonferenzen mit Folgeaktivitäten auf Expertenebene umfasst.
- Bietet eine Diskussionsplattform für die europäischen Länder, die Europäische Gemeinschaft und eine Reihe außereuropäischen Länder und internationaler Organisationen, die als Beobachter teilnehmen, sowie für andere interessierte Wald- und Forstakteure. Gleichzeitig ermöglicht die MCPFE den Dialog zwischen Vertretern von Politik und Wissenschaft.
- Steht in Verbindung zu globalen und anderen regionalen Prozessen und Initiativen, die sich mit Fragen des Waldes und der Forstwirtschaft beschäftigen.
Die MCPFE im Detail
Ein Engagement auf Ministerebene
Die "Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa" (MCPFE) ist eine Initiative zur Zusammenarbeit auf höchster politischer Ebene. Sie beschäftigt sich mit gemeinsamen Chancen und Herausforderungen im Bereich Wald und Forstwirtschaft und fördert die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder in Europa. Seit 1990 dient die MCPFE als Diskussionsplattform für wichtige europäische Waldthemen.
Etwa 40 europäische Länder und die Europäische Gemeinschaft sind in der MCPFE vertreten. Zudem nehmen außereuropäische Länder und internationale Organisationen als Beobachter teil. Die MCPFE stellt somit nicht nur ein Forum für die Zusammenarbeit der für Wald zuständigen Minister dar, sondern bietet auch zwischenstaatlichen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Vorstellungen einzubringen.
Ein laufender politischer Prozess
Die MCPFE ist ein dynamischer Prozess, der sich mit den wichtigsten gemeinsamen Problemen der Wälder und der Forstwirtschaft in Europa auseinandersetzt und die Herausforderungen der Zukunft aufgreift. Der Prozess beruht auf einer Serie von Ministerkonferenzen mit daran anschließenden Folgemechanismen. Bei den Konferenzen werden Fragen von höchstem politischen Interesse von den für Wald zuständigen Ministern behandelt. Im Anschluss an die Ministerkonferenzen finden Expertentreffen zur detaillierten Ausarbeitung und Umsetzung der auf Ministerebene getroffenen Entscheidungen statt. Fragen von besonderer Dringlichkeit und aktuellem Interesse werden auf flexibler Basis aufgegriffen und bearbeitet.
Seit 1990 haben vier Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa stattgefunden. Sie sind als Meilensteine in der Entwicklung internationaler Waldpolitik anzusehen:
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1990 – Erste Ministerkonferenz in Straßburg
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1993 – Zweite Ministerkonferenz in Helsinki
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1998 – Dritte Ministerkonferenz in Lissabon
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2003 – Vierte Ministerkonferenz in Wien
Die europäischen Länder und die Europäische Gemeinschaft sind für die Umsetzung der Beschlüsse auf regionaler, nationaler und subnationaler Ebene verantwortlich. Auf der Grundlage freiwillig übernommener Verpflichtungen haben Regierungen in ganz Europa Initiativen zur Gewährleistung und Verbesserung der nachhaltigen Bewirtschaftung und des Schutzes der Wälder gesetzt.
Verschiedene Interessen im Dialog
Seit 1990 hat der Dialog im Rahmen der MCPFE erfolgreich zu einer Intensivierung der politischen und wissenschaftlichen Kommunikation in Europa und zur Förderung einer engen und erfolgreichen Zusammenarbeit bei verschiedensten Fragen im Bereich Wald und Forstwirtschaft geführt. Dieser Dialog findet nicht nur zwischen den Regierungsvertretern der europäischen Staaten statt, sondern bezieht zahlreiche andere Akteure mit ein. Darunter befinden sich Nichtregierungsorganisationen mit ökologischer und sozialer Ausrichtung, Waldbesitzerverbände, Vertreter der Forstwirtschaft sowie zwischenstaatliche Organisationen. Obwohl alle Akteure ein breites Spektrum von Meinungen und Interessen vertreten, fühlen sie sich alle der nachhaltigen Entwicklung und dem Schutz der Wälder Europas verpflichtet.
Eine europaweite Zusammenarbeit
Die MCPFE ist als erfolgreiches Beispiel einer den gesamten Kontinent umfassenden, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit anzusehen. Dieser Prozess hat die Wälder Europas stets als ein gemeinsames Erbe betrachtet und erkannt, dass die Gefahren dieser wertvollen Ökosysteme keine nationalen oder ideologischen Grenzen kennen. Darum waren der Dialog und die Zusammenarbeit im Rahmen der MCPFE von Anfang an darauf ausgerichtet, Brücken zwischen Ost und West und zwischen Nord und Süd zu bauen. Es wurde gemeinsames Wissen zusammengetragen und ein Bewusstsein und gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Bedingungen und Situationen in Europa geschaffen.
Eine Verbindung zu globalen und anderen regionalen Prozessen
Seit der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED), die 1992 in Rio de Janeiro stattfand, wurden verschiedene internationale und regionale Konferenzen, Initiativen und Prozesse ins Leben gerufen, die eine nachhaltigere Nutzung natürlicher Ressourcen zum Ziel haben. Diese Prozesse haben zu einer Reihe auf Wälder bezogene internationale Verpflichtungen und multilaterale Abkommen geführt.
Die MCPFE erkannte die Bedeutung dieser Verpflichtungen und deren Beziehung zu ihrer eigenen Arbeit. Sie hat an der Umsetzung der waldrelevanten Beschlüsse der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung und im Rahmen der Folgeprozesse, dem „Intergovernmental Panel on Forests“ (IPF) und dem „Intergovernmental Forum on Forests“ (IFF), mitgewirkt. Seit Juni 2001 genießt die MCPFE Beobachterstatus beim UNO-Waldforum (United Nations Forum on Forests/UNFF) und nimmt daran teil. Außerdem hat die MCPFE Maßnahmen auf der Grundlage verschiedener UN-Konventionen, darunter die Konvention über die biologische Vielfalt, gesetzt.
So hat die MCPFE zum Beispiel in Zusammenarbeit mit den europäischen Umweltministern und dem Ministerprozess "Umwelt für Europa" ein "Arbeitsprogramm zur Erhaltung und Verbesserung der biologischen und landschaftlichen Vielfalt in Waldökosystemen, 1997 – 2000“ entwickelt. Dieses Arbeitsprogramm ist als gesamteuropäischer Beitrag zur Implementierung der Konvention über die biologische Vielfalt anzusehen.
Zudem hat die MCPFE Kontakte zu anderen regionalen Prozessen hergestellt, die sich ebenfalls mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung und dem Schutz und der Erhaltung der Wälder beschäftigen.
